MALTE WOYDT

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Bücherwurm

“Im Mai 1921 hatte ich Besuch von der Mutter. …

‘Das hat jetzt ein Ende!’ sagte sie ganz unvermittelt … ‘Du mußt weg von hier, du verblödest!’

‘Ich will nicht weg von Zürich. Bleiben wir hier, hier weiß ich, wozu ich auf der Welt bin.’

‘Wozu du auf der Welt bist! Masaccio und Michelangelo! Glaubst du, das ist die Welt! … Deine Schulhefte vollgestopft mit der Phylogenie des Spinats. Der Pestalozzi-Kalender, das ist deine Welt! Die berühmten Leute, unter denen du herumblätterst. Hast du dich je gefragt, ob du ein Recht darauf hast? Das Angenehme weißt du, ihren Ruhm, hast du dich je gefragt, wie sie gelebt haben? Glaubst du, sie saßen so in einem Garten wie du jetzt, unter Blumen und Bäumen? Glaubst du, ihr Leben war ein Wohlgeruch? … Du glaubst, wenn du etwas über die Bartholomäusnacht liest oder über den Dreißigjährigen Krieg, dann weißt du’s! Nichts weißt du! Nichts. Es ist alles anders. Es ist schrecklich!’ …

Mit besonderem Zorn bedachte sie meinen Bericht über die beiden Hydroplane, die in nächster Zeit von uns in den Züricher See abgestürzt waren. … Die Verbindung mit dem See, die mir so viel bedeutete, empörte sie. Diese Tode seien für mich etwas Lyrisches. … ‘Du steckst in der Idylle vom Zürichsee. Ich will dich von hier wegnehmen. Dir gefällt alles so gut. Du bist so weich und rührselig wie deine alten Jungfern. Am Ende möchtest du wohl ein Blümchenmaler werden?’

‘Nein, mir gefallen nur die Propheten von Michelangelo.’

‘Der Jesaja, ich weiß. Das hast du mir gesagt. Wie glaubst du, war dieser Jesaja?’

‘Er hat mit Gott gehadert’, sagte ich.

‘Und weißt Du auch, was das heißt? Hast du eine Vorstellung davon, was das bedeutet?’

Nein, das wußte ich nicht. Ich schwieg. Ich schämte mich plötzlich sehr.

‘Du meinst, es besteht darin, daß man den Mund halboffen hält und finster dreinschaut. Das ist die Gefahr von Bildern. Sie werden zu erstarrten Posen für etwas, das sich unaufhörlich, lang, immerzu abspielt.’

‘Und der Jeremias ist auch eine Pose?’

‘Nein, beide sind es nicht, weder der Jesaja noch der Jeremias. Aber für dich werden sie zur Pose. Du bist es zufrieden, wenn du sie ansehen kannst. Damit ersparst du dir alles, was du selbst zu erleben hättest. Das ist die Gefahr der Kunst. Tolstoi hat das gewußt. Du bist noch gar nichts und bildest dir ein, alles zu sein, was du aus Büchern oder Bildern kennst. Ich hätte dich nie zu den Büchern bringen dürfen. Jetzt … sind die Bilder dazugekommen. Das hat noch gefehlt. Du bist ein Vielleser geworden und alles ist dir gleich wichtig. Die Phylogenie des Spinats und Michelangelo. Nicht einen Tag deines Lebens hast du dir noch selbst verdient. Für alles, was damit zu tun hat, hast du ein Wort: Geschäfte. Du verachtest Geld. Du verachtest die Arbeit, durch die man es verdient. Weißt du, daß du der Parasit bist und nicht die, die du verachtest?’ …

‘Du wirst schon sehen, daß ich kein Parasit bin. Dazu bin ich zu stolz. Ich will ein Mensch sein.’

‘Ein Mensch mit seinem Widerspruch! Das hast du dir gut ausgesucht! Du solltest dich hören, wenn du das sagst. Als hättest du das Schießpulver erfunden. Als hättest du weiß Gott was getan, das du nun bereuen müßtest. Nichts hast du getan. Nicht eine einzige Nacht in deiner Dachkammer hast du dir selbst verdient. Die Bücher, die du liest, haben andere für dich geschrieben. Du suchst dir aus, was dir angenehm ist, und verachtest alles andere. Glaubst du wirklich, daß du ein Mensch bist? Ein Mensch ist jemand, der sich mit dem Leben herumgeschlagen hat. Bist du schon einmal in Gefahr gewesen? Hat dich jemand bedroht? Dir hat niemand die Nase eingeschlagen. … Du bist noch kein Mensch. Du bist nichts. Ein Schwätzer ist kein Mensch.’

‘Ich bin aber kein Schwätzer. Ich meine es, wenn ich etwas sage.’

‘Wie kannst du etwas meinen? Du kennst doch gar nichts. Du hast alles bloß gelesen. …’

‘Ich kann nichts dafür, daß ich noch nichts bewiesen habe. Was könnte ich mit 16 bewiesen haben?’

‘Nicht viel, das ist wahr. Aber andere werden in dem Alter schon in die Arbeit gesteckt. Zwei Jahre wärst du jetzt schon ein Lehrlng, wenn es mit rechten Dingen zuginge. Davor habe ich dich bewahrt. Ich merke nicht, daß du dankbar dafür bist. Du bist nur hochmütig und wirst es von Monat zu Monat mehr. Ich muß dir die Wahrheit sagen; dein Hochmut irritiert mich. Dein Hochmut geht mir auf die Nerven.’

‘Du wolltest doch immer, daß ich alles ernst nehme. Ist das Hochmut?’

‘Ja, denn du siehst auf andere herab, die nicht so denken wie du. Du bist auch schlau und richtest’s dir in deinem bequemen Leben gut ein. Deine einzige wirkliche Sorge ist, daß genug Bücher zum Lesen übrigbleiben!’

‘Das war früher … Daran denke ich jetzt gar nicht, Jetzt will ich alles lernen.’

‘Alles lernen! Alles lernen! Das kann man gar nicht. Man muß zu lernen aufhören und etwas tun. Drum mußt du weg von hier.’

‘Aber was kann ich denn tun, bevor ich mit der Schule fertig bin?’

‘Du wirst nie etwas tun! Du wirst die Schule fertig machen, dann willst du studieren. Weißt du, warum du studieren willst? Bloß um immer weiter lernen zu können. So wird man ein Ungeheuer, kein Mensch. lernen ist kein Selbstzweck. Man lernt, um sich unter anderen zu bewähren.’

‘Ich werde immer lernen. Ob ich mich bewähre oder nicht, lernen werde ich immer. Ich will lernen.’

‘Aber wie? Aber wie? Wer wird dir das Geld dazu geben?’

‘Das werde ich mir verdienen.’

‘Und was wirst du mit dem gelernten machen? Du wirst daran ersticken. Es gibt nichts Schrecklicheres als totes Wissen.’

‘Mein Wissen wird nicht tot sein. Es ist ja auch jetzt nicht tot.’

‘Weil du’s noch nicht hast. Erst wenn man’s hat, wird es zu etwas Totem.’

‘Ich werde aber damit etwas tun, nicht für mich.’

‘Ja, ja, ich weiß. Du wirst es verschenken, weil du noch nichts hast. Solange du nicht hast, läßt sich das leicht sagen. Erst wenn du wirklich etwas hast, wird sich zeigen, ob du etwas verschenkst. Alles andere ist Geschwätz. Würdest du jetzt deine Bücher verschenken?’

‘Nein, die brauche ich. Ich habe nicht ‘verschenken’ gesagt, sondern daß ich etwas tun werde, nicht für mich.’

‘Aber du weißt noch nicht, was. Das sind Allüren, leere Phrasen, und du gefällst dir darin, weil es nobel klingt. Es kommt aber nur darauf an, was man wirklich tut, alles andere zählt nicht. Es wird dir auch kaum etwas übrigbleiben, was du tun könntest, du bist mit allem um dich so zufrieden. Ein zufriedener Mensch tut nichts, ein zufriedener Mensch ist faul, ein zufriedener Mensch hat sich zur Ruhe gesetzt, bevor er begonnen hat, etwas zu tun. Ein zufriedener Mensch tut dasselbe immer wieder, wie ein Beamter. Du bist so zufrieden, daß du am liebsten in der Schweiz bleiben möchtest. Du kennst noch nichts von der Welt und möchtest dich mit 16 hier zur Ruhe setzen. Drum mußt du weg von hier. …

Ich will dich nach Deutschland bringen. Da geht es den Leuten jetzt schlecht. Du sollst sehen, wie es zugeht, wenn man einen Krieg verloren hat. …’

Mit allen Mitteln wehrte ich mich gegen diese Übersiedlung, aber sie hörte auf nichts und nahm mich fort. Die einzig vollkommen glücklichen Jahre, das Paradies in Zürich, waren zu Ende. Vielleicht wäre ich glücklich geblieben, hätte sie mich nicht fortgerissen. Es ist aber wahr, daß ich andere Dinge erfuhr als die, die ich im Paradies kannte. Es ist wahr, daß ich, wie der früheste Mensch, durch die Vertreibung aus dem Paradies erst entstand.”

aus: Elias Canetti: Die gerette Zunge. Geschichte einer Jugend. Frankfurt/Main: Fischer TB 1979 (1977), S. 308-319.

Abb.: Richard Bell: How to launch a book? 2022, Documenta15.

07/11

05/08/2011 (12:48) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Romantik

“Es mag wohl sein, daß eine besondere Gestirnung dazu gehört, wenn ein Dichter zur Welt kommen soll; denn es ist gewiß eine recht wunderbare Sache mit dieser Kunst. … Bei den Malern und Tonkünstlern kann man leicht einsehen, wie es zugeht … Die Töne liegen schon in den Saiten, und es gehört nur eine Fertigkeit dazu, diese zu bewegen. Bei den Bildern ist die Natur die herrlichste Lehrmeisterin. … Dagegen ist von der Dichtkunst sonst nirgends äußerlich etwas anzutreffen. … Es ist alles innerlich, und wie jene Künstler die äußeren Sinne mit angenehmen Empfindungen erfüllen, so erfüllt der Dichter das inwendige Heiligtum des Gemüts mit neuen, wunderbaren und gefälligen Gedanken. Er weiß jene geheimen Kräfte in uns nach Belieben zu erregen und gibt uns durch Worte eine unbekannte herrliche Welt zu vernehmen. …

Heinrich war von Natur zum Dichter geboren. Mannigfache Zufälle schienen sich zu seiner Bildung zu vereinigen, und noch hatte nichts eine innere Regsamkeit gestört. Alles, was er sah und hörte, schien nur neue Riegel in ihm wegzuschieben und neue Fenster ihm zu öffnen. Er sah die Welt in ihren großen und abwechselnden Verhältnissen vor sich liegen. Noch war sie aber stumm, und ihre Seele, das Gespräch, noch nicht erwacht. Schon nahte sich ein Dichter, ein liebliches Mädchen an der Hand, um durch Laute der Muttersprache und durch Beruhigung eines süßen zärtlichen Mundes, die blöden Lippen aufzuschließen und den einfachen Akkord in unendliche Melodien zu verwandeln …”

aus: Novalis: Heinrich von Ofterdingen. In: ders.: Werke-Briefe-Dokumente. 1.Bd. Die Dichtungen, Heidelberg: Schneider, 1953, S.34-112.

Abb.: Jon Foreman: Fluentem Colos, LittleMilford, im Internet.

07/11

05/08/2011 (8:44) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Monopoly

“… ‘Le jeu le plus vendu au monde’, proclame la firme qui le distribue. … La chose est surprenante. … Le modèle du Monopoly est un capitalisme foncier, paraissant ignorer entièrement le monde de l’entreprise et de la finance. On ne rend pas un bon service aux capitalistes en herbe en leur apprenant à investir leur argent en maisons, en terrains et en hôtels. Ce serait comme si l’industrie du jouet continuait à n’offrir, encore et toujours, que des soldats de la Grande Guerre, des cow-boys et des Indiens, ou des maisons de poupée du XIXe siècle. À la différence des enfants qui croient jouer aux petits hommes d’affaires avec un jeu inadéquat tel que le Monopoly, leurs petits camarades qui veulent jouer à la guerre ou à la maman disposent de missiles et de porte-avions, ainsi que des maisonnettes pourvues de toutes les fonctionnalités modernes.

Pour donner une idée de l’influence contre-éducative exercée par ce jeu, il suffit de citer la règle stipulant que le joueur qui incarne le banquier ‘doit maintenir l’argent de la Banque entièrement distinct de ses fonds personnels, les opérations de banque étant uniquement mécaniques et extérieurs’ au mouvement du jeu. Considérer la banque comme une simple boite à jetons, ignorer que la banque est une entreprise à but lucratif, un protagoniste du jeu économique, c’est un peu excessif. Et c’est très dangereux, car la conception des dettes et des créances qu’inculpe le Monopoly est entièrement imaginaire : les créances sont toujours garanties et les dettes toujours intégralement payées (lorsque le débiteur n’est pas en mesure de faire face à ses engagements, il fait automatiquement faillite, et c’est la banque qui pourvoit au remboursement des créanciers!) …”

aus: Bellocchio, Piergiorgio: Le capitalisme expliqué aux adolescents. In: ders.: Nous sommes des zéros satisfaits. Parais: Encyclopédie des nuisances 2011.

07/11

24/07/2011 (0:41) Schlagworte: FR,Lesebuch ::

Wissenwollen

“Das Wissen, das in Erscheinung tritt, indem es sich anderen mitteilt, ist das gute Wissen, wohl sucht es Beachtung, aber es wendet sich gegen niemanden. Die Ansteckung, die von Lehrern und Büchern ausgeht, sucht sich zu verbreiten. In dieser unschuldigen Phase bezweifelt es sich nicht, es faßt zugleich Fuß und breitet sich aus, es strahlt und will alles mit sich erweitern. Man schreibt ihm die Eigenschaften des Lichtes zu, die Geschwindigkeit, mit der es sich ausbreiten möchte, ist die höchste, und man ehrt es, indem man es als Aufklärung bezeichnet. In dieser Form haben es die Griechen gekannt, bevor es durch Aristoteles in Schachteln gezwängt wurde. Man mag nicht glauben, daß es gefährlich war, bevor es zertrennt und verwahrt wurde. Als der reinste Ausdruck für ein Wissen, das unschuldig war, weil es ausstrahlen mußte, erscheint mir Herodot. Seine Einteilungen sind die der Völker, die verschieden sprechen und leben. Er bekräftigt sie Einteilungen nicht, wenn er von ihnen erzählt, sondern schafft Platz für das Verschiedenste in sich und schafft Platz in den anderen, die durch ihn davon erfahren. In jedem jungen Menschen, der von hunderterlei Dingen hört, steckt ein kleiner Herodot, und es ist wichtig, daß man ihn nicht darüber zu erheben sucht, weil man Beschränkung auf einen Beruf von ihm erwartet.

Nun spielt sich der wesentliche Teil eines Lebens, das zu wissen beginnt, in der Schule ab, es ist die erste öffentliche Erfahrung eines jungen Menschen. Er mag sich auszeichnen wollen, aber viel mehr noch will er Wissen strahlen, sobald es ihn ergreift, damit es ihm nicht zum bloßen Besitz werde. Die Kameraden, die langsamer sind als er, müssen glauben, daß er sich bei den Lehrern einschmeichelt, und halten ihn für einen Streber. Doch er hat keinen Punkt im Auge, den er erlangen will, eben über solche Punkte will er hinaus und die Lehrer in seinen Freiheitsdrang hineinziehen. Nicht mit den Kameraden mißt er sich, sondern mit den Lehrern. Er träumt davon, diesen die Nützlichkeiten auszutreiben, er will sie überwinden. Nur die unter ihnen, die sich den Nützlichkeiten nicht ergeben haben, die ihr Wissen um seiner selbst willen verströmen, liebt er mit überschwenglicher Liebe, diesen huldigt er, wenn er rasch auf sie reagiert, diesen dankt er unaufhörlich für ihr unaufhörliches Verströmen.

Aber mit dieser Huldigung sondert er sich von den anderen ab. vor deren Augen sie sich abspielt. Er beachtet sie nicht, während er sich hervortut. Er ist von keinerlei Übelwollen gegen sie erfüllt, aber er läßt sie aus dem Spiel, sie spielen nicht mit und bestehen nur noch als Zuschauer. Da sie von der Substanz des Lehrers nicht ergriffen sind wie er, vermögen sie nicht wahrzuhaben, daß er’s ist, und müssen meinen, daß er jenen zu niederigen Zwecken in die Hand spielt. Sie grollen ihm für ein Schauspiel, in dem ihnen keine Rolle zufällt, vielleicht beneiden sie ihn ein wenig dafür, daß er durchhält. Aber hauptsächlich empfinden sie ihn als Störenfried, der ihre natürliche Gegnerschaft zum Lehrer verwirrt, die er für sich, aber vor ihren Augen in Huldigung verwandelt.”

aus: Elias Canetti: Die gerette Zunge. Geschichte einer Jugend. München: Fischer TB 1979 (1977), S.242-243.

07/11

24/07/2011 (0:12) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Fortschritt 2

“Der Fortschritt hat seine Nachteile; von Zeit zu Zeit explodiert er.”

aus: Elias Canetti: Aufzeichnungen 1942-1948, München: dtv 1969, S.76.

Abb.: Hudi Alfa: Two Side of Story, 2019, gallery1819, im Internet.

04/11

24/04/2011 (22:20) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Psychoanalyse 2

“Die psychoanalytische Verseuchung hatte Fortschritte gemacht … zu jener Zeit [konnte] in Gesprächen nichts gesagt werden …, ohne daß es durch die Motive, die dafür sofort bei der Hand waren, entkräftet wurde. Daß für alles dieselben Motive gefunden wurde, die unsägliche Langeweile, die sich von ihnen verbreitete, die Sterilität, die daraus resultierte, schien wenige zu stören. Die erstaunlichsten Dinge spielten sich ab in der Welt, aber es war immer der gleiche, öde Hintergrund, vor den man sie stellte, von diesem sprach man und hielt sie für erklärt und sie waren nicht mehr erstaunlich. Wo das Denken einsetzen sollte, quakte ein vorlauter Chor von Fröschen.”

aus: Elias Canetti: Das Augenspiel. Lebensgeschichte 1931-1937, München/Wien: Hanser 1985, S.158/159

04/11

23/04/2011 (18:32) Schlagworte: Uncategorized ::

Probleme

“Persönliche Probleme sind wunderlich verschnürte Pakete, in denen man ein vermeintliches Selbst verkauft. Eine Ware, von der man nicht merkt, wie aus ihr Kapital geschlagen wird. … Eigene Probleme. Wo sitzen die, wenn wir, durch uns hindurchstoßend, in eine tiefe Ungefülltheit brechen, eine großmächtige Leere, von Krümmungen und Verheißungen umflossen, als wären wir dort, im Verstecktesten, durchsichtig geworden auf die Welt. Als wäre dort von uns nichts mehr übrig als nur eine Öffnung, von Herausforderungen durchzittert, tausend eingestreute Felder sind wir, von Fäden durchlaufen, die zueinander gelangen wollen. Dieses Irrlichtern der Fäden, wenn die Zeit stockt, wenn wir ganz Horchen sind und ganz Gewalt

aus: Gertrud Leutenegger: Vorabend. Gütersloh: Bertelsmann, o.J. [1975], S.15/16

Abb.: Andrik Musfalri: Depresi, 2018, indoartnow, im Internet.

04/11

07/04/2011 (23:13) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

Jalousien

“Jalousien sollten bei Demonstrationen verboten sein. Besonders geschlossene. Die sind einfach eine blanke Provokation. Wie soll man herrlich überzeugt in einen Sprechchor einstimmen, wenn nur dreißig Meter über dem eigenen Kopf geschlossene Jalousien hangen, jeden Ruf abprallend, undurchsichtig, dich in Zweifel stürzend mit ihrem arroganten Unbeteiligtsein, mit diesem kleinen nahen, auf einmal so wichtig werdenden Raum, den sie dir vorenthalten. …”

aus: Gertrud Leutenegger: Vorabend. Gütersloh: Bertelsmann, o.J. [1975], S.8

04/11

06/04/2011 (22:37) Schlagworte: DE,Lesebuch ::

casques

Il y a donc des cyclistes casqués qui sont si convaincus des bienfaits de leur casque qu’il veulent obliger des autres d’aussi porter un casque et obliger des autres de perdre tout benefice d’une assurance quand ils ne portent pas de casque.

Je deteste le casque (c.f. les archives de Placeovelo) et j’en ai marre des gens qui veulent emmerder les co-cyclistes. Mais bon, si vous insistez au jeu

Moi, j’ai une autre méthode très éfficace de sécurité: Je suis un cycliste lent. Le plus vite qu’on roule le plus grave sont les accidents. Je vais donc exiger qu’on installe une limite de vitesse de 20km/h à tout cycliste. Chaque cycliste qui depasse les 20km/h va devoir payer une amende et perdre tout droit á des remboursements d’assurance.

Comme les cyclistes casqués inventent des règles qui n’inopportunent que des autres, les cyclistes lents ont le droit de faire de même pour emmerder les cyclistes rapides.

En plus, il est bien évident que les cyclistes sur vélos dites sportives, genre VTT ou vélo de course, roulent plus vite et plus dangereusement. Comme utilisateur d’un vélo normal j’exige donc qu’on interdise les VTT et les vélos de course en ville. Encore une règle qui ne va inoppurtuner que des autres, c’était ca le but du jeu, n’est-ce pas?

écrit comme réaction sur le débat annuel de placeovelo du pour et contre les casques de vélo…

Abb.: Montpellier, 2025.

03/11

12/03/2011 (1:06) Schlagworte: FR,Notizbuch ::

randtaal

Mijnheer Van Istendael, uw vergelijking hinkt. U spraak geen Ukrains, de Ukrainse postambtenaar begreep enkel Ukrains, maar u wordt geholpen. In de Brusselse rand spreekt de expat Engels, de ambtenaar begrijpt Engels, maar mag het niet begrijpen. Dus de expat wordt niet geholpen.

Dat is het verschil. Als men u enkel bedient als u een tolk meebrengt zijn alle andere vormen van communicatie uitgesloten. Ik heb eens in Griekenland een tekening gemaakt: twee mannekes, twee fietsen, de naam van de stad, een bus, een pijl en de naam van een andere stad. We hebben ons bustickets gekregen voor twee personen en twee fietsen. In de rand is zoiets verboden, gelukkig gaat het soms wel, ook tegen het verbod in.

mijn reactie op een opiniestuk van Geert van Istendael in De Morgen: De schrijver en de Beerselse beambte, 11.2.2011

11/02/2011 (11:09) Schlagworte: NL,Notizbuch ::
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